KLEIN KINDER SKILAUF

„Mit Spiel zum Ziel“

Der Niederösterreicher Dieter Pflug (50) ist ausgebildeter Diplom-Sportlehrer, Diplom-Skilehrer, C-Trainer Ski Alpin, Mountainbike- und Tennisinstruktor. (2- facher Österreichischer Meister und Vize Staatsmeister im Technikbewerb).Seine Karriere begann in jungen Jahren zunächst beim alpinen Skirennlauf. Nach einer Trainingsgemeinschaft mit Thomas Sykora entschied er sich dann doch dafür, seine ganze Energie in Ausbildungen zu stecken. Mit 21 Jahren bekam Pflug die Chance, das Österreichische Skilehrwesen in Japan zu vertreten – dies war der Startschuss für den Skilehrberuf. Insgesamt ist Dieter Pflug nun bereits seit 30 Jahren als Profi für den Kinderskiunterricht tätig.

Frage: „Was ist das Geheimnis ihres Erfolges in der Skischule?“

D. Pflug: „Die methodische Arbeit vom Skirennlauf konnte perfekt in den Skischulbereich integriert werden. Im Jahr 1990 übernahm ich mit meiner Frau die Skischule in St. Corona am Wechsel. Von Anfang an konzentrierten wir uns hauptsächlich auf die Zielgruppe der Kinder, was im Osten von Österreich auch Sinn macht. Flachere, breite Hänge, nicht ganz so tiefe Temperaturen, die Nähe zu den Ballungsräumen, geringere Kosten uvm. sprechen als Vorteile für unseren Erfolg in diesem Bereich. Vor allem aber müssen wir schon viel mehr bieten um Abwechslung und Spass für unsere Gäste zu erlangen, da unsere Pisten nicht so viel „Abenteuer und Abwechslung“ bieten wie in Großskigebieten. Daher ist unser Motto auch: Unterrichtsvielfalt und Wintersportgerätevielfalt: Big Foot, Short Carver, One 20 Carver, Wellness Carving, Telemark, usw.) vor Pistenvielfalt !Mit den Kindern können drei Generationen ins Skigebiet: Eltern und Großeltern kommen zum Zusehen, nehmen selbst eine Privatstunde oder gehen gerne auch allein auf die Piste.“

Frage: „Woran erkennt man eine gute Kinderskischule?“

D. Pflug: „Unsere Philosophie für die Zielgruppe Kinder ist es, die Kindergarten- oder Volksschulwelt in die Winterlandschaft zu bringen. Um einen wirklich kindgerechten Skischulunterricht bieten zu können, haben wir uns mit den Methoden von KindergärtnerInnen und Volksschullehrer/-Innen auseinandergesetzt.

Wir haben uns auch mit den Standard-Fragen der Eltern nach dem Skikurs beschäftigt, um herauszufinden wie man unterrichten muss. Die üblichen Fragen von Eltern an ihre Kinder lauten zumeist:
- Hat es dir Spass gemacht?
- Was hast du gelernt ?
- War der/die Lehrer/in nett?
- Willst du wieder hingehen?

Wichtig ist also vor allem das spielerische Lernen, damit es dem Kind auch Spass macht – ganz nach dem Motto „Mit Spiel zum Ziel“. Die weiteren Fragen beziehen sich auf die Persönlichkeitsstruktur des/der Skilehrers/in. Wir beschäftigen uns auch sehr damit ob der Beruf des/der Kinderskilehrers/in erlernbar ist, oder aber besonderes persönliches Engagement und Veranlagung erfordert. Der erfahrene Skischulleiter sollte das stets genau prüfen, wie der jeweilige Skilehrer bei den Kindern angenommen wird.
Das sind die wesentlichen Basis-Informationen für den Skiunterricht mit Kindern. Der erste Zugang ist es, die Kinderwelt zu verstehen und der zweite Zugang ist, wie verhält sich das Kind während und nach dem Unterricht.

Entscheidend sind im Kinderskiunterricht zwei Komponenten: erstens: welche Lehrmethode wende ich an und zweitens: das Verhalten des Lehrers:
Wie geht der/die Skilehrer/in mit den Kindern um ?

Frage: „Ab wann sollen Kinder mit dem Skifahren beginnen?“

D. Pflug: „Konkret empfehle ich, dass Kinder ab drei Jahren mit dem Skiunterricht beginnen. Wichtig wäre es bereits im Herbst viel mit ihnen spazieren und wandern (bergauf und bergab) zu gehen, Rad oder Scooter zu fahren und Inline Skaten etc. Dabei wird das Gleichgewichtsgefühl trainiert und die notwendigen, sogenannten Ski Muskeln, werden gekräftigt. Besonders gut als Vorbereitung für die Pisten ist das Eislaufen. Die Laufbewegung ist generell das, worauf wir beim Kurvenfahren lernen aufbauen. Wir bilden hier einen Lerntransfer von den Bewegungen die ein Kind bereits beherrscht (gehen, laufen, springen) zu den Bewegungen beim Skilaufen.“

Frage: „Welches Material ist für die Kleinsten ideal? Welche Rolle spielt der Skiverleih?“

D. Pflug: „Ganz wichtig ist für die ersten Schritte im Schnee, dass die Skier nicht zu lange sind (max. Nabelhöhe). Hier spielt die Materialkunde mit hinein: gerade für Kinder ist ein gutes Verleihsystem die wichtigste Voraussetzung für ein kontinuierlich angepasstes Sportgerät. Im Optimalfall sollte die Skischule selbst ein Sportverleihgeschäft betreiben oder zumindest die enge Zusammenarbeit mit einem Sporthändler suchen. Ideal wäre, wenn die Skiverleiher auch in der Methodik geschult werden, damit sie bewusst entscheiden können, welches Material sie ausgeben.
Bei uns in St. Corona sind die Verleiher gleichzeitig auch Kinderskilehrer, die das jeweils passende Leihmaterial an die Kinder ausgeben. Auch dies ist ein Qualitätsgeheimnis der Kinderskischule St. Corona, das Material immer perfekt auf die Bedürfnisse der jüngsten Skischüler abzustimmen.“

Frage: „Welche Punkte sollte man nun vorrangig beachten im Skiunterricht mit den Kindern und beim Aufbau eines Kinderlandes?“

D. Pflug: „Beim täglichen Übungsweg der Skilehrer mit den Kindern lautet das Patentrezept: „Variieren statt korrigieren“. Wir gehen weg vom Schema „richtig und falsch“.
Mit dem Kinderskiland schaffe ich eine „Manege“, den idealen Übungsraum, die Voraussetzungen und dazu braucht es dann noch den „Zirkusdirektor“, der die Vorgaben übermittelt, wie sich die Kinder hier richtig bewegen.
Mit Spiel zum Ziel, bildliche Sprache aus der Tierwelt und Kinderwelt unterstützen das Übungsprogramm am Schnee. Wichtige unterrichtliche Aspekte sind:
- Unterrichtsphantasie
(Die selbe Übung in anderer Erklärung, denn „Oft sind weniger Übungen mehr“)
- Richtige Pausen und Jausen Gestaltung (Alle 17 min. ca. 3 min Kurzpause, nach 60 min eine längere Pause mit gesunder Jause)
- Bewegungserklärungen kindgerechter Sprache
- Der Kopf als Steuerungsorgan der Bewegung (z.B. Fahr deiner Nase nach, usw.)

Jeder Kinderspielplatz kann als Vorlage für ein Kinderskiland dienen – überall gibt es hier etwas zum klettern, zum rutschen, zum laufen, zum schaukeln etc. Wichtig ist dabei die Zusammenstellung und welche Sinne bewegt werden. Wenn man spezifische Winterspielgeräte auch im Schnee optimal anpasst, erfolgt der beste Lerntransfer. Bei der Ausstattung eines Kinderskilandes gilt meiner Meinung nach oft „weniger ist mehr“. Wenn man die kleinen Skifahrer reizüberflutet, kann dies vom Skilaufen selbst ablenken. Auch hier ist wieder der Skischulleiter gefordert, die Kinder zu beobachten, womit sie sich wohlfühlen.
Zuviel Lärm stört die Skischüler natürlich ebenso. Das Gefühl der Geborgenheit, durch Begrenzungen des Kinderlandes, einen Aufenthaltsbereich zum Aufwärmen, Spielen etc. zu erzeugen, ist für die Kleinsten besonders wichtig.“

Frage: „Wie lange sollen die Kinder in der Skischule unterrichtet werden?“

D. Pflug: „Die Drei- bis Fünfjährigen bekommen 2 Stunden Unterricht pro Tag, bei den älteren Kinder lässt sich die Unterrichtsdauer im Skikurs kontinuierlich steigern. Die Sechsjährigen kann man gleich lange wie in der Volksschule, also 4 Stunden im Skiunterricht betreuen, ab der 3. und 4. Volksschule dann sogar 5 Stunden am Tag. Ein Kinderskikurs daeurt bei den Kleinen mindestens 3 bis maximal 5 Tage bei den größeren Kindern kann man von einer Schulwoche im Normalfall ausgehen.“

Frage: „Wie sehen Sie allgemein die Entwicklung der Kinderskischulen in Österreich?“

D. Pflug: „Es gibt über 600 Skischulen in unserem Land und sehr viele setzen verstärkt auf die Zielgruppe Kinder. Kein Wunder, beträgt der Kinderanteil im Schnitt doch zwischen 80 und 85 %. Jeder will sich von diesem Kuchen ein möglichst großes Stück abschneiden und versucht die anderen mit immer noch tolleren Angeboten zu übertrumpfen.
Ich sehe eine Problematik, wenn zu sehr auf die Vergnügungselemente und zu wenig auf die menschliche Betreuung durch die geschulte/n Skilehrer/in Wert gelegt wird. Kinderskiländer lassen sich niemals kopieren, man kann sie nur optimieren. Sinnvoll ist es für Skischulen, gemeinsam mit der Seilbahngesellschaft und dem Tourismusverband ein Gesamt-Konzept zu entwickeln. Nur wenn alle drei Partner sich einig sind, dass das Skigebiet, die Region sowie die Skischule für die Zielgruppe Kinder geeignet sind, kann man sich darauf spezialisieren. Es hilft hier, ein Stärkeprofil zu erstellen, sich abzustimmen und die Kinder-Ausrichtung dann umzusetzen und auch gemeinsam zu bewerben.“

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